Fuer all diejenigen, die es interessiert: So ein Fuehrerschein Klasse A kostet in Berlin rund 1.606 Euro. Zumindest, wenn man problemlos durch die praktische Pruefung kommt, so wie ich das heute zur Mittagszeit gemacht habe. Mit ein paar Doppelfahrstunden weniger ist man auch schnell bei 1.300 oder 1.400, aber darunter ist jegliche Summe recht illusorisch. Zumal man dann Gefahr laeuft, viele Dinge in der praktischen Pruefung nicht aus dem Aermel schuetteln zu koennen und das bedeutet: Der Fuehrerschein wird locker mal rund 500 Euro teurer. Der Grund dafuer: Man muss weitere drei Doppelfahrstunden vorweisen (also 6 mal 45 Minuten) und auch die Pruefungskosten beim Tuev oder der Dekra, sowie bei der Fahrschule abdruecken. Da ist die Rechnung mit weniger Fahrstunden oftmals eine glatte Milchmaedchenrechnung, da man im Zweifelsfall weitaus teurer dabei wegkommt als eigentlich geplant.
Ansonsten kann ich abschliessend berichten: Die Pruefung lief zwar nicht ganz angstfrei und entspannt ab, ist aber auch bei Weitem nicht so schwierig zu schaffen, wie sich das der ein oder andere vorstellt. Viel Schlaf in der Nacht davor ist wichtig. Etwas fruehstuecken ist auch nicht ganz verkehrt. Danach habe ich zumindest den Morgen und den Vormittag zum exessiven Arbeiten genutzt, auch wenn fuer den ein oder anderen Entspannug eher foerderlich ist. Da muss sich jeder selbst zu helfen wissen.
Fakt ist, ich war heute im Office verdammt aufgeregt. Als ich dann aber heute das letzte Mal zwecks Fahrstunden ueber die Oberbaumbruecke geschlendert bin und auf der Maschine sass, loeste sich die Anspannung langsam. Auf dem Gelaende der Dekra dann war sie vollends weg und war dann auch innerhalb der Pruefung nicht mal mehr annaehernd so gross wie im Office.
Zu Beginn der Pruefung wird mittels Personalausweis die Identitaet festgestellt, man wird kurz darauf hingewiesen, dass die Kommandos vom Fahrlehrer uebermittelt werden (aufgrund der Vertrautheit der Stimme) und man richtungsweisende Befehle mit einem deutlichen Kopfnicken bestaetigen muss. So ist es der Regelfall. Bei mir hiess es nur: “Na komm, wir wollen los machen. Reisefertig machen und rauf auf die Maschine!” - auch gut.
Die Strecke stimmt meist mit den Erfahrungen aus dem Pruefgebiet ueberein. In Berlin geht es ueber normale Strassen und 30 Zonen bis zur Autobahnauffahrt, dann mehrere Kilometer ueber die Autobahn, um im Anschluss auf einem abgelegenen Platz oder einer Sackgasse die erlernten Kunststuecke, wie Slalom bei 30 km/h oder Gefahrenbremsung bei ca. 50 km/h, zu vollfuehren.
In meinem Falle hat das alles recht gut geklappt, auch wenn ich persoenlich nicht hundertprozentig zufrieden war. Nach vier Runden in der Schraeglage im Kreis, fragte der Pruefer anscheinend meinen Fahrlehrer, wieviele Runden ich denn noch drehen wolle. Bei der Gefahrenbremsung aus 50 km/h war er nicht gaenzlich zufrieden mit dem Ergebnis - ich auch nicht - hat aber den Versuch abgenickt. Letzten Endes muss man sich bewusst sein: Was in den Fahrstunden besonders gut geklappt hat, wird in der Pruefung aufgrund der Aufregung und Anspannung eben etwas schlechter laufen. Man will halt doch keinen Abflug, ein blockierendes Vorderrad oder ein ausbrechendes Hinterrad riskieren.
Von dort geht es dann, je nach Einschaetzung des Pruefers, ueber leichteres oder komplizierteres Terrain zurueck. Will heissen: Bei mir bestand die Rueckfahrt zur Dekra eigentlich nur aus laengeren 50 Zonen und keinen 30 Zonen/Vorfahrts-Teilstuecken mehr.
Nachdem wir dort dann auch angekommen sind, noch ein, zwei Fragen an mich, warum ich dies oder jenes nicht beachtet haette und die lang ersehnte Aushaendigung des neuen Fuehrerscheins mit Klasse A offen konnte seinen Lauf nehmen.
In meinem Falle wieder, habe ich beim Rechtsabbiegen den Fuss nicht rechts abgesetzt, sondern links. Das fuehrt dazu, dass man dann beim Abbiegen ein wenig ins Trudeln geraet aufgrund der Gewichtsverlagerung, die man mit 250 Kilo unter’m Hintern erstmal vollbringen muss. Die zweite Kleinigkeit betraf einen meiner Abbiegevorgaenge in einer 30 Zone an einer versetzten Kreuzung, die ich etwas zu scharf geschnitten habe. Alles Lapalien, die nicht dazu fuehren sollten, dass man durch die Pruefung rasselt.
Wenn der Pruefer nach der Pruefung beginnt, Fragen zu stellen: Ueberlegen und erst dann antworten. Nicht herumstammeln, sondern ueberlegen und gezielt beantworten. Weiss man die Antwort nicht, notfalls leicht herantasten. Souveranitaet ist wichtig. Auch in diesem Moment koennte man noch durchfallen.
Und auf gar keinen Fall, niemals nicht damit anfangen zu sagen: “Ja, das sehe ich auch so” oder “Ja, das ist mir auch aufgefallen und in der Strasse war ich eh ein wenig zu schnell” oder oder oder. Dem Pruefer kein Futter geben! Lieber zurueckhalten und sich, auch wenn die Nervositaet nicht sonderlich gross war, sagen: “Ja, ich muss gestehen, ich bin ein wenig aufgeregt in solchen Pruefungssituationen” oder etwas in der Art.
Auch ganz schlecht: “Ich haette ja nicht gedacht, dass wir so schnell wieder da sind. Das war ja mal eine schoene, kurze Pruefung!” Sich damit zufrieden geben, dass es gar nicht so schwer war, die Pruefung zu bestehen. Nachher nimmt der Pruefer je nach Typ Mensch das als negative Kritik wahr und ueberlegt sich noch einmal genau, was denn in der Pruefung so alles grenzwertig war. Im schlimmsten Falle riskiert man so doch noch seine Pappe! Und ja, die Zeit in der Pruefung vergeht wie im Fluge.
Ansonsten kann ich als Ratschlag immer nur nochmal betonen: Eine fehlerfreie theoretische Pruefung ist fuer die praktische Pruefung goldwert. Man muss eben keine Situationen nachfahren, die man falsch beantwortet hat. Man muss sich nicht den Fragen des Pruefers stellen, die im Anschluss an die Fahrt auch nochmal auf die Theorie zurueckfuehren koennen. Am besten: Beim gleichen Pruefer die Praxis ablegen, bei dem man auch die Theorie geschafft hat - so wie in meinem Falle. Das war allerdings pures Glueck. Seinen Pruefer kann man sich nicht aussuchen. Somit also auch moegliche “Angriffsflaechen”, die der Pruefer als negative Charaktereigenschaft werten koennte, minimieren. Also: Im Zweifelsfall einen lockeren Spruch weniger und nicht uebermuetig werden.
Das war es also im Grossen und Ganzen. Ich werde mir jetzt ueberlegen, ob ich dieses Jahr noch mit der eigenen Maschine auf die Strasse moechte oder lieber auf den Winter warte, wenn die Motorradpreise in den Keller fallen. Je nachdem, fuer was ich mich entscheide, werde ich es mit Sicherheit auch hier festhalten. Die Shadow Spirit steht schliesslich immer noch hoch im Kurs. Aber abwarten und durchrechnen, denn alleine den Fuehrerschein zu finanzieren war nicht ganz ohne. Und der leckere Glenfiddich Single Malt zum Dank fuer die gute Arbeit des Fahrlehrers will ja auch noch finanziert werden, nicht? ;-)
Fein gemacht und sehr schön dokumentiert hier.
Nochmals Glückwunsch und allzeit Gute Fahrt!
Herzlichen Glückwunsch zum bestandenen Führerschein! Ich werde hoffentlich dieses Jahr auch noch irgendwie meinen Motorradführerschein dazwischen schieben. Werde wohl den 3 Wochen Intensivkurs wählen…
Glückwunsch und Gute Fahrt! Wenn du durch Friedenau schüßelt, dann sag Bescheid. Wir stehen Spalier, Winkelemente werden dir die Richtung weisen.
Brömpft!…
Zuletzt habe ich vor gut 2 Monaten über meine Bemühungen berichtet, den Motorradführerschein zu machen. Aus überraschungs-taktilen Gründen habe ich im Blog nicht weiter darüber berichtet, aber da nun alle wichtigen Menschen höchstpersönlich inf…