Back to the future

Retroformatik #1

MorgengrauenMir ist heute wieder einmal bewusst geworden, wie lange ich doch bereits mit der IT verbandelt bin. Textkonsolen zum Beispiel habe ich recht frueh entdeckt und schon damals habe ich die Vorteile eben jener genossen. Das merkt man vor allem in solchen Momenten, in denen einem eine Informatikerin mit abgeschlossenem Studium begegnet, die von “irgendso einem PuTTY” redet und nicht genau weiss, was dieses kleine Werkzeug beispielsweise alles leisten kann.

Ich duerfte so um die 14 oder 15 gewesen sein, als ein paar halbe Kerle in meinem Freundeskreis angefangen haben zu mudden. Zur Erklaerung: MUDs oder auch Multi User Dungeons sind Rollenspiele auf Textebene mit einer Vielzahl weiterer, menschlicher Mitspieler. Moechte man nach osten laufen, tippt man o oder osten. Moechte man denn Kristalldrachen angreifen, schreibt man toete kristalldrachen und hat man das Verlangen, den Mitspieler namens Hurzelgnom zu wuscheln, dann wuschel hurzelgnom‘t man ihn eben. Das ganze laeuft also voellig ohne graphischen Schnickschnack ab, ist in Studentenkreisen weit verbreitet, regt die eigene Phantasie an und macht einfach Spass.
Ich bin zwar heute nicht mehr aktiv dabei, war aber jahrelang Spieler im Morgengrauen und habe u.a. dort auch ein paar kleine Dinge im Verborgenen programmiert. Ab einer gewissen Spielerstufe darf man sich schliesslich entscheiden, ob man als erfahrener Spieler weitermacht oder ob man als Magier eigene Inhalte programmieren und hinzufuegen moechte.

Jedenfalls schwaermte damals jeder von TinyFuge, einem MUD Client auf Konsolenebene, weil man mit diesem so schoene, umfangreiche Skripte schreiben konnte. Ich verstand zu diesem Zeit jedoch nur Bahnhof und gab mich aufgrund meiner damaligen Windows-Affinitaet mit ZMud zufrieden. Der Client war damals zwar noch nicht so leistungsfaehig wie heute, konnte aber immerhin schon Macros, mit Variablen umgehen und Trigger setzen. TinyFuge war und ist auch heute noch vorzugsweise ein Programm, was man besser unter Linux nutzt. Einloggen konnte man sich am besten mittels PuTTY auf einer Maschine, auf der man dann TF startete.

Und wie es die Geschichte so will, dachte auch ich damals mit 14 oder 15, dass PuTTY zu nichts anderem gut waere, als TF auf einem entfernten Rechner zu starten, um damit mudden zu koennen. Zwar mudde ich schon seit Jahren nicht mehr, die Anekdote ist mir jedoch geblieben und der Gedanke daran, dass ich u.a. durch das Mudden mein Fable fuer Textkonsolen gewonnen habe.

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