Vor ein paar Monaten schrieb ich noch ueber das Ubuntu Release 7.10 und nannte ein paar noetige Workarounds, um mit dem HP 6715b ueberhaupt in die grafische Oberflaeche gelangen zu koennen. Heute, mit dem neuen 8.04er Release, ist das bereits nicht mehr noetig. Ubuntu zeigt sich abermals von seiner starken Seite und vor allem, wie schnell sich mittlerweile der Open Source Bereich an neue Technologien und Gegebenheiten anpassen kann.
Ubuntu Hardy, Release 8.04, ist wieder eine sogenannte Long Term Support (LTS) Edition geworden. D.h. Sicherheits-Updates werden fuer bis zu fuenf Jahre garantiert, was den Einsatz im Unternehmen beguenstigen wird. LTS Releases sind technisch nie so richtungsweisend wie andere Ubuntu Releases und setzen mehr auf Stabilitaet und Verbesserungen “unter der Haube”. Fuer die wirklich beeindruckenden Aenderungen wird also auf das Release im Oktober gewartet werden muessen.
Einige schoene, neue Aenderungen: Gnome nutzt nun GVFS als virtuelles Dateisystem (schneller), der X.org-Server kommt in Version 7.3 daher (bessere Unterstuetzung von aktuellen Chipsaetzen, Dualmonitoring-Support), die “Uncomplicated Firewall”, kurz UFS, hat Einzug gehalten (iptables Frontend) und fuer Windows-to-Linux Umsteiger gibt es ein ganz besonderes, neues Feature: Wubi, mit dessen Hilfe sich Ubuntu ohne Aenderung an den Parititionen oder dem Boot Loader unter Windows wie ein normales Programm installieren laesst.
Wie bereits erwaehnt, bootet die 8.04er LiveCD auf dem HP 6715b jetzt problemlos in die grafische Oberflaeche. Die Installation geht einfach und in etwa 20 Minuten ueber die Buehne. WLAN und Fingerprint Scanner ist bei mir noch ungetestet, derzeit auch noch nicht wirklich noetig. Native Unterstuetzung fuer den Broadcom Chipsatz gibt es wohl zwar immer noch nicht, der Workaround mit NDISWrapper funktioniert aber wohl nach wie vor. Ist zwar nicht die schoenste Variante, aber immerhin klappt’s dann auch mit dem drahtlosen Zugriff.
Der 3D Desktop funktioniert einwandfrei, wenn man sich die proprietaeren Treiber mittels zwei, drei Mausklicks installiert. Ohne sind diese deaktiviert. Fuer Dual-Monitoring sollte man auf 3D Effekte verzichten koennen und die freien Treiber waehlen. Die funktionieren naemlich auch, im Gegensatz zu dem “proprietaeren Schweinekram”.
Ich muss ja generell zugeben: Ich fuehle mich eigentlich auf allen drei grossen Systemen auch auf dem Desktop recht wohl. In Zeiten von Virtualisierungsmoeglichkeiten ist aber eigentlich nur ein vernuenftiger, performanter Unterbau notwendig. Mittels Virtualbox unter Ubuntu beispielsweise, emuliere ich jetzt auf einer virtuellen 10GB HDD meine alte Windows-Installation mit allen Programmen, wie beispielsweise Office oder Tools fuer den Blackberry, die ich nicht nativ unter Linux benutzen kann und auf deren Funktion ich angewiesen bin. Das funktioniert sogar so gut und ist so performant, dass man es mittlerweile nicht einmal mehr bemerkt, dass man sich auf einer virtuellen Maschine bewegt - entsprechend leistungsfaehige Hardware wie eben das HP6715b hier vorausgesetzt! Besonders schoen: Ich kann sogar einzelne Programme im eigenen Fenster laufen lassen, unabhaengig vom Desktop meiner virtuellen Maschine. Die Uebergaenge zwischen Wirtssystem und VM werden somit fliessend.
Wer sich also bisher noch nicht mit freier Software als Ersatz fuer den heimischen Desktop beschaeftigt hat, fuer den ist es jetzt endlich an der Zeit. Ich will niemanden bekehren, aber der Blick auf freie Software lohnt sich mittlerweile wirklich.

hi,
ich hab das selbe notebook wie du, nur im gegensatz zu dir voll die probleme.
ich habe die 64bit alternate installiert und neben sound und nicht funktionierenden 3d desktop ging auch nicht das wlan (die konfiguration wie in 7.10 zeigte auch keine wirkung, der ndiswrapper, machte da probleme)
welche version hast du installiert? ich vermute einfach dass ich da wohl die falsche gewählt habe. Oder hast du ein upgrade gemacht von 7.10 auf 8.04?
bzw welche 3 Clicks bringen den 3d desktop zum rennen -.-???
greetz
günni
Ich habe Ubuntu 8.04 mittels LiveCD fuer AMD64 installiert, nicht mittels Alternate CD. Eigentlich sollte das aber keinen grossen Unterschied machen.
Also LiveCD gebootet, daraus installiert, ins frische System gebootet und im Menu fuer proprietaere Treiber ATIs fglrx aktiviert. Nach einem Reboot hatte ich dann 3D Funktionen fuer den Desktop - allerdings war kein Dual Monitoring mehr moeglich.
NDISWrapper werde ich gleich mal testen, ob’s bei mir zum Erfolg fuehrt und mit Sound hatte ich absolut gar keine Probleme.
Gut, NDISWrapper funktionierte auch bei mir nicht ‘out of the box’, der freie, via Reverse Engineering programmierte Treiber fuer die Broadcom Chipsaetze unterstuetzt grade meinen WLAN Adapter (4312) nicht vollstaendig. Auch das ist fehlgeschlagen.
Werde ich wohl ein wenig mehr Zeit hinein investieren muessen, um zu sehen, woran’s hakt. Die NDISWrapper-Geschichte sieht mir noch am erfolgsversprechendsten aus, da derzeit keiner der Entwickler vom freien Treiber ‘nen 4312er Adapter hat.
[...] auf Guennis Kommentar habe ich mich jetzt doch nochmal laenger mit der NDISWrapper/Broadcom 43xx Sache beschaeftigt und [...]
Hey!
Bin froh, dass ubuntu bei dir auf der Kiste läuft … ich versuche auch gerade zu migrieren (Vista auf 8.10), habe aber das Problem, dass die Kiste ständig hängen bleibt. Während und nach der Installation. Sobald man dann irgendwas auf der Tastatur drück oder die Maus bewegt oder Peripherie einen Interrupt schickt, geht die Arbeit dann erst weiter. Komisches Phänomen. Hattest du damit auch zu kämpfen und evtl. eine Lösung dafür gefunden?
Danke dir,
Chris